Trauer bewegt: Neues Angebot für Sternenkind-Eltern
Schwarzenbek. Wenn ein Kind vor, während oder kurz nach der Geburt stirbt, hinterlässt das Spuren – nicht nur in Gedanken und Erinnerungen. Trauer kann sich auch körperlich zeigen: als Anspannung und Unruhe, als Erschöpfung oder als Gefühl, den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Ein neues Gruppenangebot in Schwarzenbek möchte Eltern von Sternenkindern deshalb einen anderen Zugang zum Umgang mit ihrem Verlust ermöglichen.
Kursus in Schwarzenbek für verwaiste Eltern
Die „Beratung rund um Schwangerschaft“ des Diakonischen Werks Herzogtum Lauenburg und die Evangelische Familienbildungsstätte Schwarzenbek bieten gemeinsam eine sechsteilige, bewegungsorientierte Gruppe für Sternenkind-Eltern an. Das Angebot richtet sich an Menschen, deren Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben ist – unabhängig davon, wie lange der Verlust zurückliegt. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Partnerinnen und Partner.
„Trauer findet nicht nur im Kopf statt. Viele Eltern erleben nach dem Tod ihres Kindes sehr deutlich, wie stark auch der Körper auf diesen Verlust reagiert“, sagt Belana Freytag von der Beratung rund um Schwangerschaft des Diakonischen Werks Herzogtum Lauenburg. „Mit unserem Angebot möchten wir einen geschützten Raum schaffen, in dem es nicht darum geht, etwas leisten oder überwinden zu müssen. Es geht darum, wahrzunehmen, was gerade da ist, und vielleicht wieder ein wenig Halt zu spüren.“
Bewegung ohne Leistungsanspruch
Jeder der sechs Termine beginnt mit einem kurzen Impuls zu einem Thema rund um Trauer und Verlust. Anschließend folgt eine sanfte, nervensystemorientierte und traumasensible Bewegungspraxis. Die Übungen sollen dabei unterstützen, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, Erdung zu erfahren und mit starken Emotionen umzugehen. Dabei gibt es weder sportliche Anforderungen noch ein vorgegebenes Pensum. Die Teilnehmenden entscheiden selbst, welche Übungen ihnen guttun, in welchem Tempo sie mitmachen und wie intensiv sie sich darauf einlassen möchten.
„Gerade nach einem solchen Verlust erleben Menschen häufig, dass vieles von außen bestimmt wird: medizinische Abläufe, Entscheidungen, Erwartungen oder auch gut gemeinte Ratschläge“, sagt Belana Freytag. „Deshalb ist uns wichtig, dass die Eltern in der Gruppe selbst entscheiden können. Niemand muss eine Übung machen, niemand muss erzählen. Jede und jeder darf den eigenen Weg und das eigene Tempo finden.“ Zum Abschluss der Treffen gibt es kleine Reflexionsimpulse und die Möglichkeit zum Austausch. Auch hier gilt: Wer etwas erzählen möchte, kann das tun. Wer lieber zuhört oder für sich bleibt, ist ebenso willkommen.
Ein Sternkind bleibt Teil der Geschichte
Das Gruppenangebot versteht sich als Ergänzung zu bestehenden Hilfen. Es ersetzt weder eine medizinische Rückbildung noch eine Trauertherapie. Vielmehr soll es Eltern eine weitere Möglichkeit geben, ihrem Verlust zu begegnen. „Ein Sternenkind bleibt Teil der eigenen Geschichte – egal, ob der Verlust erst wenige Wochen zurückliegt oder schon Jahre“, sagt Belana Freytag. „Deshalb gibt es bei uns auch keine Frist, nach der die Trauer abgeschlossen sein müsste. Entscheidend ist nur das Gefühl: Dieses Angebot könnte mir gerade guttun.“
Kontakt und weitere Informationen
Bei Fragen zum Gruppenangebot können sich Interessierte direkt an Belana Freytag von der „Beratung rund um Schwangerschaft“ des Diakonischen Werks Herzogtum Lauenburg wenden. Der Kursus beginnt am 20. Oktober 2026. Anmeldungen sind ab sofort möglich.
Telefon: dienstags und donnerstags unter 04151 5165
E-Mail: bfreytag@kirche-ll.de