Lübeck/Basthorst

Unermüdlicher Einsatz: Frauenwerk verabschiedet Gisela Wruck

Lübeck. Mehr als drei Jahrzehnte lang hat Gisela Wruck das Evangelische Frauenwerk Lübeck-Lauenburg mitgeprägt. Nun wurde die engagierte Ehrenamtliche aus ihrem langjährigen Wirken in einem Gottesdienst verabschiedet. Ob im Beirat, in der Weltgebetstagsarbeit oder als Mitgestalterin des Lydia-Cafés, die 65-Jährige hat Spuren hinterlassen, die weit über ihre aktive Zeit hinausreichen.

Drei Jahrzehnte langes Engagement

„Heute verabschieden wir Dich als eine Frau, die das Evangelische Frauenwerk über mehr als drei Jahrzehnte hinweg mitgestaltet, geprägt und begleitet hat“, würdigte Frauenwerksleiterin Silke Meyer das langjährige Engagement Wrucks. Zahlreiche Wegbegleiterinnen waren zu dem Abschiedsgottesdienst nach St. Petri zu Lübeck gekommen. 

Seit 1994 gehörte Gisela Wruck dem Beirat des Frauenwerks an. Mit einer Unterbrechung kehrte sie 2014 zurück und übernahm zuletzt Verantwortung als eine der beiden Beiratsvorsitzenden. Über viele Jahre hinweg brachte sie ihre Erfahrungen und ihre Leidenschaft für die Frauenarbeit ein – sachlich, verlässlich und stets gut vorbereitet.

Weltgebetstag lag ihr am Herzen

Besonders am Herzen lag ihr der Weltgebetstag. Gemeinsam mit vielen Mitstreiterinnen organisierte sie die Vorbereitung auf Kirchenkreisebene und führte die Arbeit nach dem Weggang ihrer Vorgängerin mit großem Engagement weiter. Durch die Teilnahme an Bundeswerkstätten erwarb sie sich ein fundiertes Wissen, das sie großzügig weitergab. „Zahlreiche Frauen und Gemeinden haben von ihren Impulsen und ihrer Begeisterung für den Weltgebetstag profitiert“, sagte Silke Meyer.

Verlässliche Konstante in bewegten Zeiten

Vor allem in bewegten Zeiten des Frauenwerks sei sie eine verlässliche Konstante gewesen. Bei Leitungswechseln und Vakanzen habe sie mit ihrer ruhigen, überlegten Art, ihrem Netzwerk und ihrem Sachverstand geholfen, tragfähige Lösungen zu finden. „Du hast Verantwortung nicht gesucht, um im Mittelpunkt zu stehen, sondern weil Dir die Sache am Herzen lag“, betonte Silke Meyer.

Dabei macht Gisela Wruck selbst wenig Aufhebens um ihr Engagement. Für ihren langjährigen Einsatz wurde ihr das Ansgarkreuz der Nordkirche verliehen. „Das ist mal ganz schön, muss aber nicht sein“, sagt sie bescheiden.

Ansgarkreuz für herausragendes Engagement

Dieses Understatement zieht sich durch ihr ganzes Leben. Anpacken, statt lange zu reden – so beschreibt die gebürtige Holsteinerin ihren Weg. Als Steuerfachangestellte arbeitete sie viele Jahre selbstständig als Buchhalterin, war fünf Jahre Bürgermeisterin von Basthorst, engagierte sich rund 18 Jahre im Kirchengemeinderat und leitete etwa zehn Jahre den DRK-Ortsverein Kuddewörde.

“Ich habe eine starke Gemeinschaft erlebt”

Dem Frauenwerk blieb sie über all die Jahre aus Überzeugung verbunden. „Ich habe eine starke Gemeinschaft erlebt, ich mochte den Austausch untereinander“, sagt sie. Gleichzeitig sei es ihr immer wichtig gewesen, Menschen zu ermutigen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

Mit Sorge blickt Wruck auf die Herausforderungen der Gegenwart. Viele finanzielle Mittel würden gekürzt, und das Ehrenamt werde älter. „Immer noch sind es die Frauen, die anpacken und oft mehrere Aufgaben gleichzeitig stemmen: im Job, in der Familie und im Freundeskreis. Von echter Gleichberechtigung kann keine Rede sein“, sagt sie.

Sorgenvoller Blick auf die Kirche der Zukunft

Auch die Veränderungen in der Kirche beobachtet sie kritisch. Besonders die Zusammenlegung von Kirchengemeinden bereitet ihr Sorgen. „Man redet immer von Synergien. Das mag in den Städten gelingen, auf dem Land aber nicht. Für viele entstehen weite Wege, was das Gemeindeleben ausdünnt.“

Ganz aufhören möchte Gisela Wruck dennoch nicht. Ein paar Stunden arbeitet sie weiterhin in der Buchhaltung und engagiert sich als Schatzmeisterin im Freundeskreis der Kirchengemeinde Basthorst. Daneben möchte sie mehr Zeit zum Lesen, Malen und für die Gartenarbeit haben. „Zu tun gibt es immer“, sagt sie und lacht.

“Du wirst Spuren hinterlassen”

Im Frauenwerk wird man die verlässliche und besonnene Ehrenamtliche vermissen. Oder, wie Silke Meyer es formulierte: „Dein Einsatz, Deine Verbundenheit mit uns und den Themen der Frauenarbeit werden Spuren hinterlassen, die weit über Deine aktive Zeit hinauswirken.“