Lübeck

Volks- und Erinnerungsfest: Lübeck feiert die Freiheit

Lübeck. Der Hansestadt steht ein buntes und fröhliches Festwochenende bevor: Das 178. Volks- und Erinnerungsfest wird in diesem Jahr unter dem Motto „Ein Fest der Freiheit“ gefeiert. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der große Volksfestzug am Sonntag, 21. Juni 2026, der um 14 Uhr startet und Tausende Teilnehmende sowie zehntausende Zuschauerinnen und Zuschauer in die Innenstadt lockt.

Bereits am Sonnabend beginnt das Festprogramm mit Sternmärschen zum Markt. Ab 11 Uhr ziehen Musikzüge und Fahnenschwinger vom Schrangen, Koberg und Klingenberg in Richtung Rathaus. Dort erwartet die Besucherinnen und Besucher bis 13.30 Uhr ein abwechslungsreiches Programm.

Festlicher Gottesdienst in St. Marien

Zum Festwochenende gehört traditionell auch der Eröffnungsgottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in St. Marien. „Besucher können sich auf einen kurzweiligen, festlichen und musikalischen Gottesdienst freuen“, sagt Helge Willert, Erster Vorsitzender des Lübecker Volksfestkomitees. Der Gottesdienst wird von Pastor Robert Pfeifer gestaltet: „Wenn Musik, Tradition und Gemeinschaft zusammenkommen, merkt man schnell: Das ist mehr als nur ein Umzug. Die Spielmannszüge sorgen für den Takt, die Menschen für die gute Stimmung – und ich darf den Gottesdienst dazu gestalten. Solche Feste zeigen, wie viel Freude entsteht, wenn Menschen zusammenkommen und etwas gemeinsam erleben. Gemeinschaft lebt von Begegnung, von einem offenen Miteinander und manchmal auch von einem Lächeln am Wegesrand."

Kirchenbauhütte begleitet Umzug

Am anschließenden Volksfestzug beteiligen sich rund 90 Festwagen, Spielmannszüge und Fußgruppen aus Politik, Kirche, Feuerwehren, Vereinen und Unternehmen. Insgesamt werden zwischen 2.500 und 3.000 Mitwirkende erwartet. Mit dabei sind auch die Stiftung 7Türme+ und St. Petri. „Gemeinsam mit unseren Kollegen der Kirchenbauhütte verteilen wir kleine Geschenke aus einer Maurerbütt“, sagt Anika Stender-Sornik. Die Kirchenbauhütte, die für den Erhalt der Lübecker Innenstadtkirchen sowie aller weiteren Kirchen im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg verantwortlich ist, nimmt in diesem Jahr erstmals am Festzug teil. Anlass ist ihr 75-jähriges Bestehen. Passend zum Jubiläum präsentiert sie ein neues Logo, das erstmals auf dem Wagen der Stiftung 7Türme+ zu sehen sein wird.

Die Route führt vom Gustav-Radbruch-Platz durch die Große Burgstraße, über den Koberg und die Königstraße, weiter durch die Wahmstraße und Holstenstraße am Holstentor vorbei bis zum Volksfestplatz an der Musik- und Kongresshalle. Nach Angaben des Volksfestkomitees werden wie im vergangenen Jahr rund 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauer entlang der Strecke erwartet.

Die Freiheit im Mittelpunkt

Das diesjährige Motto erinnert an ein bedeutendes Ereignis der Lübecker Geschichte: Vor 800 Jahren, im Jahr 1226, bestätigte Kaiser Friedrich II. der Hansestadt die Reichsfreiheit. Sie legte den Grundstein für Lübecks Aufstieg zur „Königin der Hanse“ und prägt die Stadt bis heute. Auch die Ursprünge des Volks- und Erinnerungsfestes selbst sind eng mit dem Thema Freiheit verbunden: „Sie reichen bis in die Zeit der Revolution von 1848 zurück“, berichtet Helge Willert. Als die Nachrichten von der Frankfurter Nationalversammlung – dem ersten frei gewählten gesamtdeutschen Parlament – Lübeck erreichten, wurde dies spontan gefeiert. Aus einem damaligen Schützenfest entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte das heutige Volks- und Erinnerungsfest mit Umzügen, Musik und Begegnungen. Seit 1870 trägt die Veranstaltung ihren heutigen Namen.

Bis heute erinnert das Fest daran, dass Freiheit, demokratische Mitbestimmung und gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder neu gelebt und gefeiert werden müssen.