Propstei Lübeck

Licht in der Dunkelheit: 450 Menschen beim Potter-Gottesdienst

Lübeck. Unter dem Titel „Lumos! Ein Licht der Hoffnung“ haben der Dom zu Lübeck und das Kirchspiel Nordstormarn rund 450 Gottesdienst-Besucher am Wochenende in die Welt von Harry Potter entführt. Der Dom verwandelte sich auf magische Weise in die Zauberschule Hogwarts. Große Lebensthemen zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit standen im Mittelpunkt. 

Charaktere aus der Harry-Potter-Welt

Der Dom ist kaum wiederzuerkennen: Scheinwerfer sorgen für schummriges Licht, überall brennen Kerzen. Durch das sogenannte “Paradies” strömen die Besucher:innen in den Dom. Sie werden schon am Eingang von den Charakteren aus den Harry-Potter-Geschichten begrüßt. Minerva McGonagall wandelt mit einer Schneeeule auf dem Arm durch die alterwürdigen Hallen. Harry, Hermine und Ron wuseln durch die Gänge. Und irgendwo sieht man Draco Malfoy hinter einer Säule verschwinden. Die Ehrenamtlichen und Jugendlichen vom Dom und vom Kirchspiel Klein Wesenberg haben alles gegeben, um die Illusion wahr werden zu lassen.

Ein Abend voller Magie, Musik und Mut

Im Mittelpunkt des Abends steht der Patronus-Zauber - der Verteidigungszaber, der Harry Potter vor den dunklen Mächten, den Dementoren und Lord Voldemort, schützen soll. Für diesen Zauber braucht es den Gedanken an ein schönes Erlebnis. Und hier knüpft die Botschaft des Gottesdienstes an. Die glückliche Erinnerung ist wie der Glaube daran, dass schon ein kleines Licht aus der Dunkelheit führen kann. Die Dementoren stehen für die Werwölfe und dunklen Stimmen im Menschen. Der Satz aus dem Johannes-Evangelium “Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht erfasst” wird zum biblischen Anknüpfungspunkt. 

Und alle sind da: die Dementoren und Lord Voldemort, die Hogwarts-Schülerinnen und -Schüler, Albus Dumbledore, Draco Malfoy, Harrys Freunde und Lehrer Remus Lupin, der zu einer Stimme der Stärke und Hoffnung wird. Die Jugendlichen vom Kirchspiel Nordstormarn verkörpern die Charaktere eindrucksvoll kostümiert und mit vollem Schauspiel-Einsatz. Zahlreiche Konfirmand:innen sowie Teamer:innen vom Jungen Dom haben den Gottesdienst mitgestaltet.

Harry Potter und Gottesdienst? Das passt zusammen.

Die Handlung des Theater-Gottesdienst verbindet die Geschichte von Harrys Kampf gegen die Dunkelheit mit Liedern, Gebet und Segen. Und das ist stimmig, finden auch die jüngeren Gäste, wie Klara, Levke und Paul. Sie sind gekommen, weil sie über die Medien vom Potter-Gottesdienst erfahren haben. Beim anschließenden Buffet mit “Haustischen” im Ostchor des Doms sprechen sie über das Erlebte.

Die Atmosphäre im Dom hat ihnen besonders gut gefallen. “Ich habe in der Zeitung davon gelesen und dabei erst gemerkt, wie die Verbindungen zum christlichen Glauben sind", so Paul. Und Mutter Lucia ergänzt: “Wir sind katholisch und sonst nicht im Dom. Ich würde mir viel mehr solcher Angebote wünschen, die Bogen zwischen gesellschaftlichen Themen, Fantasie und Hoffnung schlagen. Das ist heute sehr gut gelungen. Ich habe mich in diesen Botschaften wiedererkannt. Es ist schön, dass es solche Metaphern gibt.” Auch Hendrike und ihrem Sohn Justus aus der Domgemeinde hat der Abend gefallen, auch wenn der Hall im Dom die Akustik etwas erschwert hat. “Für Kinder ist so ein Gottesdienst kurzweiliger, bei so einem Thema ist es leichter dabei zu bleiben. Wir wollen bald in Hamburg ins Harry-Potter-Musical gehen. Und da dachten wir, das ist eine schöne Vorbereitung.”