Von der Trave an die Nordsee: Katja von Kiedrowski wechselt nach Husum
Lübeck. Mit einem Gefühl von Dankbarkeit, Wehmut und zugleich großer Vorfreude verabschiedet sich Pastorin Katja von Kiedrowski aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Zum 15. Juni 2026 wechselt sie als Vertretungspastorin an die Westküste in den Kirchenkreis Nordfriesland.
Neue Aufgaben in Nordfriesland
Offiziell eingeführt wird sie dort im Rahmen der Kirchenkreis-Synode am 27. Juni 2026. Künftig wird sie im Süden des Kirchenkreises tätig sein – in einer Region, die sich von St. Peter-Ording bis Husum erstreckt.
„Mich reizt diese Aufgabe ungemein“, sagt Katja von Kiedrowski. „Ich mag die Nordsee sehr – diese Weite, diese bisweilen Rauheit. Beim Gedanken an die Westküste bin ich immer bei den Bildern und Farben von Emil Nolde. Und: bei den wunderschönen Kirchen.“
“Ich spüre Aufbruchstimmung”
Nach fast zwei Jahrzehnten in Lübeck beginnt für die Pastorin damit noch einmal ein völlig neuer Abschnitt. „Ich spüre sowas wie Aufbruchstimmung“, beschreibt sie ihre aktuelle Gefühlslage. „Es ist noch einmal etwas ganz Neues – neue Menschen, Strukturen, Traditionen. Wohlwissend, dass die Wege deutlich länger sind als in Lübeck. Besonders reizvoll finde ich aber die Möglichkeit, sehr dicht bei den Menschen zu sein.“
Aufgewachsen in Rendsburg führte ihr Weg über Hamburg nach Lübeck. Hier wirkte sie fast 20 Jahre als Pastorin, davon 13 Jahre in der Kirchengemeinde in St. Jürgen. Vielen Menschen wurde sie zudem durch das digitale Gottesdienstprojekt #liveline bekannt, das sie über Jahre hinweg mitprägte. Ende 2025 hatte sie sich aus dem Projekt verabschiedet.
Propst: Offen, ehrlich, glaubwürdig
Propst Oliver Erckens würdigt ihr Wirken: „Katja von Kiedrowski hat Kirche auf eine sehr offene, zugewandte und glaubwürdige Weise vertreten. Sie hat Menschen begleitet, Gemeinschaft gestärkt und immer wieder neue Wege ausprobiert, ohne dabei den Blick für die Einzelnen zu verlieren. Für ihren neuen Weg an der Westküste wünsche ich ihr Gottes Segen und viele gute Begegnungen.“
Künftig wird Husum Lebensmittelpunkt der 58-Jährigen sein. „Meine Wohnung liegt unweit des Theodor-Storm-Hauses, mitten in der Altstadt“, erzählt sie. Die Nähe zum Meer, die besondere Atmosphäre der Region und die neue Aufgabe empfinde sie als großes Geschenk.
“Lübeck bleibt ein Stück Zuhause”
Und dennoch bleibt die Verbindung nach Lübeck bestehen. „Die Hansestadt bleibt natürlich ein Stück Zuhause“, sagt Katja von Kiedrowski. „Hier sind viele Beziehungen und Erinnerungen gewachsen, die ich mitnehme.“