Zwischen Hoffnung und Herzschlag: Segen für Schwangere
Lübeck. „Schwanger – dieses Wort enthält so viel, dass es sich kaum fassen lässt“, sagt Pastorin Margrit Wegner. „Es verändert das Leben der werdenden Mutter, ihrer Familie und oft auch ihres Umfelds grundlegend.“ Gemeinsam mit ihrer Kollegin Nicola Nehmzow bereitet sie derzeit den nächsten Segnungsgottesdienst für Schwangere und alle, die ein Kind erwarten, vor. Er findet am Sonntag, 10. Mai 2026, ab 17 Uhr in St. Aegidien statt.
Ein Gottesdienst aus eigener Erfahrung
Seit neun Jahren bieten die beiden Pastorinnen dieses besondere Format an, um Schwangere und ihre Angehörigen in einer prägenden Lebensphase zu begleiten und zu stärken. „Ich bin selbst Mutter von fünf Kindern und hätte mir während meiner Schwangerschaften ein solches Angebot gewünscht“, berichtet Nicola Nehmzow. Die Idee dazu brachte sie aus einer anderen Stadt mit. Margrit Wegner, damals selbst frisch Mutter geworden, war sofort begeistert. Seitdem finden die Segnungsgottesdienste drei Mal im Jahr im Wechsel im Dom und in St. Aegidien statt.
Raum für Ruhe – und für Sorgen
„Schwangerschaft und Geburt sind elementare Erfahrungen des Lebens“, sagt Nehmzow. „Wir möchten einen Raum schaffen, in dem werdende Mütter zur Ruhe kommen, einfach da sein und sich und ihr Kind segnen lassen können.“ Denn zur Vorfreude gesellen sich oft auch Ängste. „Diese sind da“, so Nehmzow, „und gleichzeitig gibt es diese Kraft, die auch hier Rückhalt gibt“.
Für Henrike Sari ist genau das ein Grund, den Gottesdienst zu besuchen. Die 23-Jährige, gelernte OP-Schwester und angehende Erzieherin, kennt auch die schwierigen Seiten von Schwangerschaft und Geburt. „In sozialen Medien gibt es viele hilfreiche Tipps – aber auch vieles, was Angst macht. Mir hilft es, Vertrauen zu fassen, mein Kind wachsen zu spüren und mich begleiten zu lassen.“
Auch Bianca Schulze sucht Stärkung. Die Physiotherapeutin lebt seit acht Jahren in Lübeck und erwartet im Sommer ihr erstes Kind: „Ich erlebe meine Schwangerschaft bislang sehr leicht – und wünsche mir das auch für die Geburt und die Zeit danach.“
Auch schwierige Wege gehören dazu
Den Initiatorinnen ist bewusst, dass nicht alle Schwangerschaften unkompliziert verlaufen. Komplikationen, Verluste oder lange Zeiten des Wartens gehören ebenfalls dazu. „Uns ist wichtig zu vermitteln: Alles darf da sein – jede Erfahrung, jedes Gefühl“, sagt Margrit Wegner. „Auch wenn es schwer ist: Niemand ist allein. Du bist gehalten und getragen.“
Zwischen Medizin und Wunder
Seit vier Jahren begleitet die Gynäkologin Pia Wilkens die Gottesdienstreihe. „Schwangerschaft zeigt für mich das Wunder des Lebens“, sagt sie. „Bei jeder Geburt erlebe ich diesen besonderen Moment, in dem die Welt für einen Augenblick stillzustehen scheint.“
Dieses Gefühl finde sich auch im Gottesdienst wieder: „Eine Atmosphäre voller Vorfreude und Geborgenheit.“ Neben der medizinischen Betreuung sei auch die seelische Begleitung von großer Bedeutung. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie aus einem winzigen Anfang ein Mensch entsteht.“
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht der persönliche Segen für Mütter und alle, die sie begleiten: „Gott gebe dir Hoffnung und Zuversicht in der Zeit der Schwangerschaft und auf eine glückliche Geburt. Gott segne und behüte dich und dein Kind, das du unter deinem Herzen und in deinem Herzen trägst.“
Eingeladen sind alle: Schwangere, ihre Familien und Freunde – ebenso wie Menschen, die allein kommen und sich stärken lassen möchten. Neben den Pastorinnen und Pia Wilkens wirken auch eine Hebamme sowie Kirchenmusiker Eckhard Bürger an dem Segnungsgottesdienst am 10. Mai in St. Aegidien mit.