Die Orgel Siebenbäumen
- Erbaut: 1890
- Orgelbauer: Marcussen & Søn, Apenrade
- Rekonstruktion 2011: Paschen Orgelbau
- 12 Register
- 576 Pfeifen
St.-Marien-Kirche
Hinter der Kirche 9
23847
Siebenbäumen
Offene Kirche:
Ostern–Erntedank: Samstag & Sonntag 10–17 Uhr
Klangbeispiel Orgel Siebenbäumen
Ein klangliches Denkmal aus der Werkstatt Marcussen
Die Orgel der Kirche in Siebenbäumen wurde 1890 von der renommierten dänischen Orgelbaufirma Marcussen & Søn erbaut. Sie gehört zu den wenigen Instrumenten ihrer Zeit, deren ursprüngliches Klangkonzept heute wieder weitgehend erlebbar ist.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Orgel mehrfach umgebaut. Dabei veränderten verschiedene Eingriffe die ursprüngliche Disposition und den Charakter des Instruments zunehmend. Besonders der Umbau von 1978 griff tief in das Werk ein und entfernte die Orgel weit von ihrem ursprünglichen Zustand.
Um die historische Klanggestalt der Marcussen-Orgel wiederzugewinnen, begann die Kirchengemeinde ab 2007 mit den Planungen für eine umfassende Rekonstruktion. Nach erfolgreicher Finanzierung führte Paschen Orgelbau die Arbeiten ab 2011 durch. Seitdem präsentiert sich die Orgel wieder mit ihrer ursprünglichen Disposition von zwölf Registern auf zwei Manualen und Pedal.
Besondere Merkmale der Orgel Siebenbäumen
- Erbaut 1890 durch Marcussen & Søn
- Weitgehende Rückkehr zum ursprünglichen Klangbild der Marcussen-Orgel von 1890 durch die Rekonstruktion im Jahr 2011.
- Rückführung auf die ursprüngliche Disposition mit 12 Registern
- Verwendung historischer Pfeifen aus anderen, nicht mehr erhaltenen Marcussen-Orgeln
- Typischer Klangcharakter einer nordisch-romantischen Marcussen-Orgel des späten 19. Jahrhunderts
- Seltenes Beispiel einer erfolgreich rekonstruierten Marcussen-Orgel in Schleswig-Holstein
- Weitgehende Rückkehr zum ursprünglichen Klangbild der Marcussen-Orgel von 1890 durch die Rekonstruktion im Jahr 2011
Disposition
I. Hauptwerk (C-f³)
1. Bordun 16'
2. Prinzipal 8'
3. Rohrflöte 8''
4. Gemshorn 8'
5. Oktave 4'
6. Oktave 2'
II. Manual (C-f³)
7. Viola di Gamba 8'
8. Gedackt 8'
9. Flöte 4
Pedal (C-d¹)
10. Subbaß 16'
11. Violon 16'
12. Violoncello 8'
Die Vorgängerorgeln in Siebenbäumen
Die Geschichte der Orgeln in Siebenbäumen reicht bis in das frühe 19. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1820 wurde eine neue Orgel errichtet. Die Holzarbeiten führten der Zimmermeister Focke und der Tischler Lange aus Siebenbäumen aus, während das Orgelwerk vom Lübecker Orgelbauer Ekengreen stammte.
Bereits kurz nach der Fertigstellung zeigten sich jedoch erhebliche Mängel. Bei der Rechnungslegung wurde festgestellt, dass die Orgel nur schwach klang, den Gemeindegesang kaum unterstützen konnte und zudem nicht vollständig fertiggestellt war. Der Orgelbauer wurde aufgefordert, die Arbeiten abzuschließen.
Die Probleme waren jedoch so gravierend, dass bereits 1823 die Anschaffung einer neuen Orgel beschlossen wurde. Aus den erhaltenen Unterlagen geht leider nicht hervor, welcher Orgelbauer den Neubau ausführte. Dieses Instrument wurde 1843 repariert und versah anschließend über viele Jahrzehnte seinen Dienst, bis es 1890 durch die heutige Marcussen-Orgel ersetzt wurde.
Von der Marcussen-Orgel zur Rekonstruktion
Mit dem Neubau von 1890 erhielt die Kirchengemeinde ein Instrument, das dem romantischen Klangideal seiner Zeit entsprach. Über Jahrzehnte begleitete die Orgel Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen.
Mehrere Umbauten führten jedoch zu deutlichen Veränderungen. Besonders die Maßnahmen von 1978 veränderten die ursprüngliche Konzeption des Instruments erheblich. Dadurch gingen wesentliche Merkmale des Marcussen-Klangbildes verloren.
Um diesen Zustand zu korrigieren, entwickelte die Kirchengemeinde ab 2007 Pläne zur Rekonstruktion der Orgel. Nach der Sicherung der Finanzierung begann 2011 die Umsetzung durch Paschen Orgelbau. Dabei konnten sogar historische Pfeifen aus abgebrochenen Marcussen-Orgeln in die Arbeiten einbezogen werden. Das Ergebnis ist eine weitgehende Rückkehr zum ursprünglichen Klangbild von 1890.
Erhaltung eines musikalischen Kulturguts
Die Rekonstruktion von 2011 bedeutete weit mehr als eine technische Überholung. Ziel war die Wiederherstellung des ursprünglichen historischen Charakters der Orgel. Mit der Rückführung auf die originale Disposition konnte ein bedeutendes Zeugnis des Orgelbaus von Marcussen & Søn dauerhaft für kommende Generationen bewahrt werden.
1820
Bau einer neuen Orgel durch den Lübecker Orgelbauer Ekengreen; Holzarbeiten durch den Zimmermeister Focke und den Tischler Lange aus Siebenbäumen.
1823
Aufgrund erheblicher Mängel wird die Anschaffung einer neuen Orgel beschlossen.
1843
Reparatur der damaligen Orgel.
1890
Bau der heutigen Orgel durch Marcussen & Søn.
1978
Tiefgreifender Umbau mit starker Veränderung des ursprünglichen Klangcharakters.
2007
Beginn der Planungen zur Rekonstruktion des ursprünglichen Marcussen-Zustands.
2011
Rekonstruktion durch Paschen Orgelbau unter Verwendung historischer Marcussen-Pfeifen. Rückführung auf die ursprüngliche Disposition mit zwölf Registern.
Quellen
Archiv des Ev.-Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg und der Kirchengemeinde | Zusammenstellung: Claudia Tanck und Medienabteilung | Redaktionelle Unterstützung: KI Microsoft Copilot