Ein Impuls zur Wahl in Sachsen-Anhalt: Gegen Angst hilft keine Hetze
Ganz Deutschland blickt an diesem Wochenende nach Sachsen-Anhalt. Viele Menschen sorgen sich, dass dort erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs eine rechtsextreme Partei die politische Mehrheit erzielen könnte. Ein Impuls zur Landtagswahl von Anne Freudenberg-Klopp, Pastorin und Leiterin der Dienste und Werke des Kirchenkreises.
Gedanken von Anne Freudenberg-Klopp
„Herz statt Hetze“ - diese Initiative zeigt, wie wir miteinander umgehen sollen. Am Sonntag haben die Menschen in Sachsen-Anhalt die Wahl. Viele spüren Unsicherheit, manche Angst. Der Ton in öffentlichen Debatten hat sich verhärtet, Worte verletzen, Gräben vertiefen sich. Mit ihrer Initiative „Herz statt Hetze“ setzen die Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und die Diakonie ein Zeichen: ein mitfühlendes Herz ist stärker als Hetze und Gewalt.
Die Bibel zeigt uns diesen Weg immer wieder. Ein Herz, das sich von Gottes Liebe leiten lässt, sieht den Menschen, nicht das Feindbild. Es hört zu, statt zu verurteilen. Es schützt Würde, wo andere abwerten. Es bleibt offen, auch wenn die Stimmung rau wird.
Es kommt darauf an, Haltung zu zeigen
In diesen Wahltagen kommt es darauf an, Haltung zu zeigen, wie Jesus es in Matthäus 25 vorlebt: Er stellt sich an die Seite der Hungrigen, der Fremden, der Kranken, der Verletzlichen. Dort, wo Menschen übersehen werden, macht er sie sichtbar. Dort, wo Angst groß wird, schenkt er Nähe. Dort, wo Würde bedroht ist, ruft er uns zur Verantwortung.
Unsere Stimme ist nicht nur ein politischer Akt, sondern Ausdruck dessen, wofür wir stehen: für Mitgefühl, für Schutz, für Gerechtigkeit. Wir können uns bewusst an die Seite derer stellen, die Jesu Blick brauchen – und damit ein Zeichen der Hoffnung setzen.