Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Kirchenkreis-Synode bringt Doppelhaushalt auf den Weg

Lübeck. Die Kirchenkreis-Synode hat auf ihrer jüngsten Sitzung (21. März 2026) einen Doppelhaushalt für 2026 und 2027 auf den Weg gebracht. Einstimmig votierten die Delegierten in den Media-Docks in Lübeck für den Etat. Um den Haushalt ausgleichen zu können, müssen in beiden Jahren finanzielle Mittel aus der Rücklage entnommen werden. 

“Ein Weiter-So darf es nicht geben!”

“Ein Weiter-So kann es im Bereich des Haushalts nicht geben”, mahnten Broder Feddersen und Jan Schuback, die für den Kirchenkreisrat die Eckpunkte des Doppelhaushalts vorstellten. Die Jahre stetig steigenden Zuweisungen aus Kirchensteuern scheinen der Vergangenheit anzugehören. Dieser Trend werde durch die Steuerschätzung des Landeskirchenamtes bestätigt, das eine Stagnation der Zuweisungen bis 2029 prognostiziert. Eine Trendwende in den Jahren nach 2029 ist mehr als fraglich.

Die Eckpunkte im Detail: Für das Jahr 2026 liegt die Schlüsselzuweisung bei 26.657.300 Euro, für das Jahr 2027 bei 26.589.000 Euro. Dem gegenüber steht ein Gesamtbedarf von 28.326.800 Euro im Jahr 2026 sowie 28.646.600 Euro im Jahr 2027. Um den Doppelhaushalt ausgleichen zu können, müssen die Defizite sowohl 2026, als auch 2027 aus den Rücklagen (aktuell: 96 Millionen Euro) ausgeglichen werden. 

Mit dem Doppelhaushalt 2026/27 sind auch die finanziellen Zuweisungen an die Kirchengemeinden, die pro Gemeindemitglied gezahlt werden, neu fixiert worden. In diesem Jahr wird sich der Betrag minimal nach unten korrigieren. 2027 soll die Zuweisung wieder steigen. 

Aus den Kirchensteuern erhalten die Kirchengemeinden für jedes Mitglied eine finanzielle Zuweisung.

“Es muss Veränderung geben”

Der Vorsitzende des Finanzausschusses des Kirchenkreises, Lukas Klapproth, hob hervor, dass nicht nur der Kirchenkreis unter rückläufigen Einnahmen leiden würde. Die Finanzsituation vieler Kirchengemeinden sei ebenso angespannt. “Es muss Veränderung geben. Wir müssen uns entscheiden, was wir können und was wir wollen”, sagte Klapproth. Er warb dafür, sich aktiv in den angestoßenen Reformprozess - die “Expedition Kirche” - einzubringen. Ralf Nagel wird interimsweise die Projektleitung übernehmen. 

Broder Feddersen pflichtete bei: “Der Gebäudebestand, wie er heute ist, ist ausgelegt auf 220.000 Gemeindemitglieder. Tatsächlich sind wir aber nur noch 130.000 -und es werden weiter weniger werden."

Weitere Einsparpotenziale ermitteln

Die Synodalen stimmten nicht nur dem Doppel-Etat einstimmig zu, sie votierten zudem für einen Plan, im Zukunftsausschuss nach weiteren Einsparpotenzialen zu forschen. Das Ziel ist es, im laufenden Jahr die Summe von bis zu einer Million Euro einzusparen. 

Sie stellten den Doppelhaushalt vor: Jan Schuback (links) und Broder Feddersen für den Kirchenkreisrat.

Pfarrsprengel: Basthorst zieht um

Die Kirchengemeinde Basthorst stand gleich im Fokus von drei Entscheidungen der Synode. Wie Propst Philip Graffam vortrug, befände sich die Gemeinde in einem kirchlichen Entwicklungsprozess mit dem Ziel einer klareren Profilbildung und strategischen Ausrichtung. In diesem Zusammenhang wurde die bisherige Zusammenarbeit im Pfarrsprengel Basthorst – Kuddewörde – Sahms – Schwarzenbek – Siebeneichen überprüft. Dabei hätten sich inhaltliche Differenzen hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung aufgezeigt, sodass die Kirchengemeinde Basthorst eine strukturelle Neuordnung anstrebte. 

Einem entsprechenden Antrag stimmte die Kirchenkreis-Synode zu, ebenso wie der erwünschten neuen Zuordnung zur Kirchenregion Sachsenwald.  Schließlich fand auch die Bildung eines neuen Pfarrsprengels mit den Kirchengemeinden Wohltorf-Aumühle und Brunstorf zum 1. Mai 2026 die Zustimmung des Gremiums.

Pfarrstellenplan verabschiedet 

Ein weiteres Thema auf der Tagesordnung: der Pfarrstellenplan, eingebracht von Lübecks Pröpstin Petra Kallies. 

Aktuell gibt es im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg 92 Pfarrstellen. “Wir haben überdurchschnittlich vielen junge Pastor:innen bei uns, was ein echter Segen ist”, sagte Petra Kallies. Allerdings gibt es in beiden Propsteien nach Berechnungen der Nordkirche zu viele Pfarrstellen. Laut Berechnungsschlüssel des  Personalplanungsförderungsgesetzes der Landeskirche liegt das Soll in diesem Jahr in Lübeck und dem Herzogtum Lauenburg bei 83 Stellen. Das bedeutet: Frei werdende Pfarrstellen könne zurzeit nicht ausgeschrieben und entsprechend nachbesetzt werden. 

Bis zum Jahr 2030 wird sich diese Zahl angesichts sinkender Mitgliederzahlen weiter auf 66 Pfarrstellen reduzieren. Für das Jahr 2027 ergibt sich rechnerisch eine Größe von 79,5 Pfarrstellen.