Mützen-Challenge der Seemannsmission knackt 4.000er-Marke
Lübeck. Mit einem Ziel von 600 gestrickten Mützen als Weihnachtsgeschenk für Seeleute fing im Januar 2026 alles an. Nun hat die Aktion der Lübecker Seemannsmission offiziell die 4.000er-Marke überschritten - 350 Mützen kamen allein von der Strickgruppe des Seniorentreffs an St. Marien dazu. Mit viel Freude und Rührung wurden die Mützen an Diakon Marco Folchnandt übergeben.
Strickkreis übergibt Mützen an Seemannsmission
“Ich glaube, wir machen damit viele Seeleute glücklich”, sagt Sabine Weiß vom Strickkreis des offenen Seniorentreffs im Marienwerkhaus. “Die Damen, die gestrickt haben, waren voller Elan dabei. Und das habe ich heute auch bei der Übergabe gespürt!” Weiß hatte die Mützen-Challenge vor knapp einem Jahr in die Strickgruppe eingebracht. “Ich dachte damals, wir können ja mal ein paar Mützen stricken, aber dass wir allein jetzt 350 geschafft haben, hätte ich nicht erwartet! Lübeck ist jetzt Mützen-Stadt!”
Stricken als soziales Engagement
Stolze 135 Mützen strickte allein die 74-jährige Katrin Falkenhagen. “Stricken ist meine Art zu helfen und einen sozialen Beitrag zu leisten”, so Falkenhagen, die seit vielen Jahren jede freie Minute zum Stricken nutzt. “Das Schöne ist, dass ich weiß, wofür ich stricke. Der Gedanke, dass jemand auf einem Schiff keine kalten Ohren hat, berührt mich.”
“Wenn ich Mützen abhole, schaue ich immer in glückliche Gesichter. Es macht Freude, dieses Engagement zu sehen”, so Marco Folchnandt, Leiter der Lübecker Seemannsmission und Initiator der Mützen-Challenge. “Es ist toll, dass es Menschen gibt, die für andere Menschen etwas machen, die sie gar nicht kennen. Sie schenken ihnen ein Stück Wärme und Geborgenheit und dieses Gefühl ‘Mich sieht jemand’.”
Einblicke in die Arbeit der Seemannsmission
Bevor Marco Folchnandt die Mützen in Empfang nahm, gab er den Mitgliedern des Strickkreises in einem Vortrag Einblicke in die Geschichte und die Arbeit der Lübecker Seemannsmission. Anhand von Fotos und persönlichen Geschichten zeigte er die besondere Herausforderung des Lebens auf See auf.
So seien viele Seeleute monatelang von ihren Familien getrennt und müssten oft eine große Familie mit ihrem Verdienst ernähren. Die Seemannsmission bietet Unterstützung bei Landgängen und organisatorischen Fragen und ist für die Seeleute da. Jedes Jahr packen ehrenamtliche Helfer rund 600 Weihnachtstüten für diejenigen, die in der Weihnachtszeit in Lübeck anlegen.
Individuelle Weihnachtstüten für Seeleute
Neben einer Taschenlampe, Müsliriegeln, Marzipan, Duschgel und Vitamintabletten werden diesmal zwei warme Mützen in jeder Tüte sein - denn oft ist die Schiffsbesatzung gar nicht auf die kalten Temperaturen im europäischen Winter eingestellt. Und noch eine Besonderheit gibt es in diesem Jahr: Die Tüten werden von Lübecker Kitakindern bemalt. So wird jede Tüte im doppelten Sinne zu einem ganz persönlichen und individuellen Gruß an Menschen auf See.
Die übrigen Mützen verteilt Marco Folchnandt an befreundete Seemannsmissionen im Norden. Einige Mützen gingen nach Hamburg, Brake, Emden und Cuxhaven. Auch die katholische Seemannsmission Stella Maris in Hamburg und Bremen hat Mützen erhalten. Weitere Stationen folgen.
Womit keiner rechnete: Die Mützen-Aktion hat bundesweit Menschen zum Stricken animiert. “Ich habe mal gesagt: Ich will der Seemannsdiakon sein, der für Mützen bekannt ist. Ich würde sagen, das habe ich geschafft”, lacht Marco Folchnandt. “Und das Schöne ist auch, dass wir damit auch die Aufmerksamkeit auf das Leben der Seeleute lenken konnten.”