Sandesneben

Muttertag mit gemischten Gefühlen: Einladung zum Innehalten

Sandesneben. Bald ist Muttertag. Während die einen ihn mit Blumen, Pralinen und lieben Grüßen feiern, ist er für andere belastend oder mit widersprüchlichen Gefühlen verbunden. In Sandesneben möchte Pastorin Kristina Boysen diesen Gefühlen Raum geben - mit einem "Muttertag der Erinnerung". 

“Für alle, die ihre Mama vermissen. Für alle Mütter ohne Kinder. Die am Muttertag nicht wissen, wohin mit ihrer Liebe.” - Mit diesen Worten lädt Kristina Boysen zum Muttertag (10. Mai 2026) auf dem Friedhof in Sandesneben ein. 

“Es beschäftigt mich schon länger, dass viele Feiertage, die für die meisten Menschen fröhlich sein sollen, für manche - gerade wegen der Freude der anderen - schwer sind”, so Kristina Boysen, die seit einem Jahr als Pastorin im Mariensprengel tätig ist. Ihr Schwerpunkt ist es, Menschen bei Lebenswendepunkten mit Segen und Ritualen zu begleiten. 

Wenn der Muttertag mit Schmerz verbunden ist

Den Muttertag findet sie besonders spannend: “Er birgt viele Themen und auch Ambivalenzen in sich. Es ist toll, dass an diesem Tag Mütter gefeiert werden, die ja auch 2026 immer noch den Löwenanteil der Care-Arbeit in der Familie übernehmen”, so die Pastorin. “Gleichzeitig schwingt auch immer Kritik mit: Was nützt ein Feiertag, an dem die Mamas Blumen bekommen, wenn es an den restlichen 364 Tagen häufig an Unterstützung fehlt?”

Als Pastorin sind ihr außerdem immer wieder Menschen begegnet, die mit dem Muttertag aus verschiedenen Gründen mehr Schmerz als Freude verbinden: “Menschen, deren Mütter gestorben sind. Mütter, die Kinder verloren haben, Paare, die ungewollt kinderlos sind oder auch Menschen in schwierigen Familienkonstellationen, bei denen die Mutter keine positive Figur ist.”

Raum für Gedanken, Schweigen, Gebet

In der Friedhofskapelle in Sandesneben wird es am Muttertag die Möglichkeit geben zu beten und eine Kerze anzuzünden. “Viele Menschen besuchen am Muttertag den Friedhof. Daher wollte ich dort sein, wo Menschen sowieso an diesem Tag hingehen”, erklärt Boysen. Bei ruhiger Musik gibt es das Angebot, Gedanken und Erinnerungen aufzuschreiben: “Vielleicht gibt es etwas, das man der Mutter gern noch hätte sagen wollen oder man möchte ihr vom Leben erzählen", so Kristina Boysen. 

“Schweigen und nachdenken ist genauso möglich, wie das Gespräch. Ich bin vor Ort und hab ein offenes Ohr, biete Segen an, aber trinke auch einfach gern eine Tasse Kaffee oder Tee zusammen mit denen, die da sind. Auch schöne Erinnerungen sollen ihren Platz haben.”

Muttertag der Erinnerung

mit Musik, Gespräch, Schweigen und Segen

Sonntag, den 10. Mai 2026, ab 14 Uhr 

Friedhof in Sandesneben (Hauptstraße 4, 23898 Sandesneben)