Die Becker-Orgel in der Maria-Magdalenen-Kirche
Seit 1974 prägt die Becker-Orgel den Klang der Maria-Magdalenen-Kirche in Berkenthin. Das Instrument wurde von der Orgelbauwerkstatt Klaus Becker aus Kupfermühle bei Bad Oldesloe erbaut.
Die Orgel verfügt über 13 Register auf zwei Manualen und Pedal sowie insgesamt 930 Pfeifen. Mit ihrem Gehäuse aus massiver Eiche und den Schaupfeifen aus Zinn fügt sie sich harmonisch in den Kirchenraum ein. Bereits bei der Abnahme im Jahr 1974 wurde ihre handwerkliche Qualität, die präzise Mechanik und die klangliche Ausgewogenheit besonders hervorgehoben.
Besondere Merkmale der Berkenthiner Orgel
- Vierte Kirchenorgel der Maria-Magdalenen-Kirche innerhalb von rund 200 Jahren
- Bewegte Geschichte mit mehrfachen Schäden durch Feuer, Löschwasser, Blitzschlag und Wassereinbruch
- Mechanische Spiel- und Registertraktur
- Schleifladenbauweise
- Brustwerk mit verschließbaren Türen über dem Spieltisch
- Gehäuse aus massiver Eiche mit Schaupfeifen aus Zinn
- Neobarockes Klangkonzept, besonders geeignet für Barockmusik und Gemeindegesang
- 13 Register und 930 Pfeifen
Disposition
| I. Hauptwerk (C-g³) | II. Brustwerk (C-g³) | Pedal (C-f¹) |
|---|---|---|
Prinzipal 8' Rohrflöte 8' Oktave 4' Gemshorn 2' Mixtur 4f. 2' | Gedackt 8' Blockflöte 4' Prinzipal 2' Sifflöte 1 1/3' Scharff 3f. 1' |
Subbaß 16' Flötenprinzipal 8' 18. Choralbass 4' Spielhilfen 3 Normalkoppeln
|
Bewahrt trotz Feuer und Wasser
Die bewegte Geschichte der Berkenthiner Orgel
Kaum eine andere Orgelgeschichte in der Region ist so eng mit Schäden durch Feuer und Wasser verbunden wie die Berkenthiner. Die heutige Becker-Orgel ist bereits die vierte Orgel der Kirche innerhalb von rund 200 Jahren.
Die erste bekannte Orgel wurde beim großen Kirchenbrand von 1816 durch eindringendes Löschwasser schwer beschädigt. Große Teile des Pfeifenwerks wurden zerstört und das Instrument weitgehend unbrauchbar.
1828 entstand durch den Lübecker Orgelbauer Christoph Kaltschmidt eine neue Orgel mit zwei Manualen, Pedal und 18 Registern. Doch auch sie blieb nicht von Schäden verschont und wurde später durch einen Blitzschlag erheblich beeinträchtigt.
1899 erhielt die Kirche eine dritte Orgel der Werkstatt P. Furtwängler aus Hannover. Beim Kreisfeuerwehrtag 1955 wurde sie durch eindringendes Wasser während eines Brandmanövers schwer beschädigt. Trotz Reparaturen konnten die Folgen nie vollständig beseitigt werden. Hinzu kamen später Schäden durch Wurmbefall.
Anfang der 1970er Jahre entschied sich die Kirchengemeinde daher für einen vollständigen Neubau. Die heutige Becker-Orgel wurde 1974 eingeweiht. Ihr neobarockes Klangkonzept eignet sich besonders für die Musik des Barock und für die Begleitung des Gemeindegesangs.
Generalüberholung im Jahr 2010
Nach mehr als 35 Jahren zuverlässigen Dienstes wurde die Becker-Orgel im Jahr 2010 durch die Firma Erbslöh umfassend generalüberholt. Neben technischen Arbeiten erfolgte eine sorgfältige Nachintonation, die vom Orgelsachverständigen ausdrücklich positiv bewertet wurde.
vor 1816
Erste bekannte Orgel der Kirche
1816
Kirchenbrand und schwere Schäden durch Löschwasser
1828
Neubau durch Christoph Kaltschmidt, Lübeck
1899
Neubau durch P. Furtwängler, Hannover
1955
Schwere Wasserschäden beim Kreisfeuerwehrtag
1974
Einweihung der heutigen Becker-Orgel
2010
Generalüberholung und Nachintonation durch die Firma Erbslöh
2015
Gutachten bestätigt den guten Zustand des Instruments.
ca. 2035
Empfohlene nächste Generalüberholung
Quellen
Archiv des Ev.-Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, zusammengestellt von Dr. Claudia Tanck.