Die Orgel Groß Grönau

  • Erster Orgelprospekt erbaut: 1689
  • Standort Groß Grönau seit: 1806
  • Heutiges Werk: 1968
  • Orgelbauer 1968: Klaus Becker
  • 18 Register auf zwei Manualen und Pedal

St.-Willehad-Kirche

Hauptstraße 16
23627 Groß Grönau

Ein historisches Instrument mit über 330 Jahren Geschichte

Die Orgel der St.-Willehad-Kirche in Groß Grönau verbindet mehrere Jahrhunderte norddeutscher Kirchen- und Orgelgeschichte. Besonders bemerkenswert ist ihr barocker Prospekt aus dem Jahr 1689, der ursprünglich für das St.-Johannis-Jungfrauenkloster in Lübeck geschaffen wurde. Das kunstvoll gestaltete Gehäuse zählt zu den ältesten und wertvollsten Ausstattungsstücken der Kirche. 

Nach dem Abbruch des Klosters gelangte die Orgel im Jahr 1806 nach Groß Grönau und wurde damit zur ersten Orgel der Gemeinde. Am Rückpositiv befindet sich bis heute das Wappen der Äbtissin Katharina von Dorne, die das Instrument einst dem Lübecker Kloster gestiftet hatte.

Das heutige Orgelwerk entstand 1968 durch die Firma Klaus Becker (Kupfermühle). Es wurde in das historische Gehäuse eingebaut und verbindet damit barocke Gestaltung mit der Orgelbaukunst des 20. Jahrhunderts

Besondere Merkmale der Groß Grönau Orgel

  • Barocker Prospekt von 1689 
  • Ursprünglich für das St.-Johannis-Jungfrauenkloster in Lübeck erbaut
  • Seit 1806 Bestandteil der St.-Willehad-Kirche
  • Wappen der Äbtissin Katharina von Dorne am Rückpositiv
  • 18 Register auf zwei Manualen und Pedal
  • Mechanische Spiel- und Registertraktur
  • Historischer Zimbelstern im Prospekt
  • Seltene Verbindung von barockem Gehäuse mit einem Instrument des 20. Jahunderts
  • Historischer Zimbelstern im Prospekt erhalten, jedoch ohne Funktion

Disposition

Hauptwerk

Prinzipal 8'

Rohrflöte 8'

Oktave 4'

Gedackt 4'

Oktave 2'

Mixtur 6fach

Trompete 8'

Rückpositiv

Gedackt 8'

Salicional 8'

Prinzipal 4'

Rohrflöte 4'

Blockflöte 2'

Sesquialtera 2f.

Scharf 3f.

Pedal

Subbaß 16'

Prinzipal 8'

Choralbass 4'

Hintersatz 3f.

Nebenzüge

  • Tremulant 
  • Normalkoppeln

Von der geplanten Klosterorgel zur heutigen Becker-Orgel

Die Geschichte der Groß Grönauer Orgel reicht bis in das Jahr 1689 zurück. Damals entstand für das St.-Johannis-Jungfrauenkloster in Lübeck eine bedeutende Barockorgel, deren Prospekt bis heute erhalten geblieben ist. Nach der Auflösung des Klosters gelangte das Instrument 1806 nach Groß Grönau und wurde zur ersten Orgel der Gemeinde.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts machten Alterung und technische Mängel verschiedene Reparaturen erforderlich. Um 1912/1913 erhielt die Kirche ein neues Orgelwerk der Lübecker Firma Kemper, das hinter dem historischen Gehäuse eingebaut wurde. Da die Quellenlage nicht vollständig ist, werden beide Jahreszahlen genannt. 

Das heutige Instrument entstand 1968 durch die Firma Klaus Becker aus Kupfermühle. Dabei blieb der barocke Prospekt erhalten und prägt bis heute das Bild des Kirchenraums. Weitere Arbeiten und klangliche Verbesserungen erfolgten später im Rahmen verschiedener Überholungen und Sanierungsmaßnahmen.

Erhaltung und Sanierung

Ein Gutachten aus dem Jahr 2009 stellte deutliche Verschmutzungen, Schimmelbildung sowie technische und klangliche Mängel fest. Empfohlen wurden eine umfassende Reinigung, die Überholung der Mechanik, Verbesserungen der Windversorgung sowie eine klangliche Überarbeitung des Instruments. 

2010 beauftragte die Kirchengemeinde entsprechende Sanierungsmaßnahmen. Dazu gehörten die technische Überarbeitung der Orgel, Verbesserungen der Stimmbarkeit und Windversorgung sowie Maßnahmen zur klanglichen Optimierung einzelner Register.

1689

Barocker Prospekt für das St.-Johannis-Jungfrauenkloster in Lübeck geschaffen.


1806

Überführung der Orgel nach Groß Grönau.


1912/13

Neubau einer Kemper-Orgel im historischen Gehäuse. Die Quellen nennen hier unterschiedliche Jahreszahlen.


1968

Neubau der heutigen Becker-Orgel.


2009

Gutachten empfiehlt eine umfassende Sanierung.


2010

Sanierungsauftrag wird erteilt.


2011

Abschluss der Generalüberholung und klanglichen Neuintonation. 


Quellen

Archiv des Ev.-Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, zusammengestellt von Dr. Claudia Tanck.