Die Orgel in Nusse
- Erbaut: 1839
- Orgelbauer: Theodor Vogt
- 19 Register
- 1.179 Pfeifen
Ein historisches Instrument mit fast 200 Jahren Geschichte
Die Orgel der Kirche in Nusse gehört zu den bedeutenden historischen Instrumenten im Herzogtum Lauenburg. Ihr Ursprung geht auf den Lübecker Orgelbauer Theodor Vogt zurück, der das Instrument im Jahr 1839 errichtete.
Von der ursprünglichen Orgel sind bis heute wesentliche Bestandteile erhalten geblieben, darunter der denkmalgeschützte Prospekt sowie historische Windladen des Hauptwerks und Pedals. Die Orgel verbindet damit eindrucksvoll die Geschichte des norddeutschen Orgelbaus mit dem heutigen kirchenmusikalischen Leben der Gemeinde.
Besondere Merkmale der Nusser Orgel
- Erbaut von Theodor Vogt,Lübeck (1839)
- Historischer, denkmalgeschützter Orgelprospekt
- Erhaltene Original-Windladen von Hauptwerk und Pedal aus dem Jahr 1839
- Historisches Pedalwellenbrett
- Teile des ursprünglichen Pfeifenwerks von 1839
- Historischer Zimbelstern mit Glockenspiel
- 19 Register und 1.179 Pfeifen
Disposition
I Hauptwerk C-d3
1. Prinzipal 8'
2. Gedackt 8'
3. Oktave 4'
4. Spitzflöte 4'
5. Quinte 2 ⅔'
6. Oktave 2'
7. Mixtur IV
8. Trompete 8'
II Oberwerk C-d3
9. Rohrpfeife 8'
10. Salicional 8'
11. Prinzipal 4'
12. Rohrflöte 4'
13. Hohlflöte 2'
14. Scharf III 1'
15. Sesquialtera 2f
Tremulant
Pedal C-d 1
16. Subbaß 16'
17. Prinzipal 8'
18. Choralbass 4'
19. Posaune 16'
Koppeln: I/II, I/P, II/P
Zimbelstern
Rettung einer gefährdeten Orgel
Mitte der 1950er Jahre befand sich das Instrument in einem kritischen Zustand. Holzwurmbefall und technische Schäden bedrohten die historische Orgel erheblich.
Eine umfassende Restaurierung durch den Orgelbauer Klaus Becker aus Kupfermühle rettete das Werk vor dem weiteren Verfall. Dabei wurden die Technik überarbeitet, das Pfeifenwerk neu geordnet und der Prospekt farblich neugestaltet. Auch ein historischer Zimbelstern mit Glockenspiel wurde bei den Arbeiten wiederentdeckt.
Restaurierungen im 20. Jahrhundert
Trotz der Rettungsmaßnahmen blieben grundlegende technische Schwächen bestehen, die später erneut umfangreiche Sanierungen erforderlich machten.
In den folgenden Jahrzehnten wurde die Orgel mehrfach begutachtet und ihre weitere Entwicklung intensiv diskutiert.
1988 erfolgte nach längerer Vorbereitungszeit eine grundlegende Restaurierung durch die Orgelbaufirma G. Christian Lobback & Co. aus Neuendeich. Ziel war es, die erhaltene historische Substanz möglichst umfassend zu bewahren und gleichzeitig die technische Zuverlässigkeit des Instruments langfristig sicherzustellen.
Im Jahr 2003 wurde die Orgel erneut umfassend gereinigt und generalüberholt. Dabei wurden Verschmutzungen und Schimmelbefall beseitigt sowie Spielwerk und Klang überprüft und nachreguliert.
Die Orgel heute
Heute vereint die Nusser Orgel Bauteile verschiedener Epochen des Orgelbaus. Die erhaltenen Bestandteile aus der Werkstatt Theodor Vogts bilden dabei weiterhin das historische Fundament des Instruments.
Die Orgel prägt Gottesdienste, Konzerte und besondere kirchenmusikalische Veranstaltungen und ist zugleich ein bedeutendes Zeugnis norddeutscher Orgelbaukunst des 19. Jahrhunderts.
1839
Bau der Orgel durch Theodor Vogt
1957
Umfassender Umbau durch Klaus Becker; Der Orgelprospekt wurde neu gestaltet.
1957/64
Ersatz der pneumatischen Oberwerks-Windlade durch eine neue mechanische Windlade (Fa. Becker)
1972
Gutachterliche Bestandsaufnahme mit Hinweis auf technische Mängel.
1988
Grundlegende Restaurierung durch G. Christian Lobback & Co.
2003
Reinigung, Generalüberholung und technische Nachregulierung.
Quellen
Archiv des Ev.-Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, zusammengestellt von Dr. Claudia Tanck.